Port Elizabeth/Südafrika Bob Orton/TUS Bergen finisht in Südafrika beim Ironman und qualifiziert sich für Hawai!

Bild zu Port Elizabeth/Südafrika  Bob Orton/TUS Bergen finisht in Südafrika beim Ironman und qualifiziert sich für Hawai! (16.5.2012 )Nicht nur die Deutschen lieben die Bürokratie, überraschender Weise aber auch die „entpannten“ Südafrikaner. Nachdem wir 1 ½ Stunden für die Passkontrolle in Johannesburg gebraucht und dadurch unseren Anschlußflug nach Port Elizabeth verpasst haben, hatten wir 4 Stunden Zeit, den Flughafen zu genießen. Aber Dank Lufthansa’s Hilfe konnten wir endlich die letzte Etappe unserer Reise fortsetzen.
Angekommen. sonnig, warm und freundlich in Empfang genommen. Der erste Eindruck war äußerst positiv. In der Woche vor dem Wettkampf hatte ich die Möglichkeit, die Radstrecke mehrmals zu befahren, leichter Anstieg aber sonst ein einfaches Streckenprofil. Nur der sehr rauhe Straßenbelag war ungewohnt und nervig. Die Laufstrecke war ebenfalls flach und durch die Trainingsläufe hatte ich Hoffnung auf eine schnelle Laufzeit im Wettkampf.

Das Schwimmen im Meer war herrlich. Allerdings nur zu genießen im Neopren. Beim morgendlichen Schwimmtraining auf der Strecke waren wir immer in Begleitung von Delphinen. Aber immer nur für kurze Abschnitte, da wir das Tempo nicht von unseren Schwimmmeistern mithalten konnten.

Mein Ziel ist eine Zeit um die 9:30 h und ich hoffe auf einen Platz auf dem Siegertreppchen und die Qualifikation zu der Weltmeisterschaft. Jeden Tag 24 Grad und Sonnenschein und eine leichte Brise. Perfektes Wetter, der Wettkampf kann kommen. Der Wettkampftag kam und mit ihm das Wettkampfwetter….Wind bis 70 km/h, starker Wellengang und strömender Regen bei gefühlten 10 Grad. Es waren aber ca. 14 Grad.

Bei der Wettkampfbesprechnung wurde bereits mitgeteilt, dass die Möglichkeit besteht, dass das Schwimmen auf Grund des orkanböigen Windes und des gefährlichen Wellengangs abgesagt werden könnte und stattdessen wir 1 Runde mehr laufen müssen. Zum Glück ist der Ernstfall nicht eingetreten und wir durften schwimmen. Allerdings konnte ich mich auf Grund des starken Wellengangs und Windes sehr schlecht orientieren . Die eigentlich sehr großen Bojen waren nicht mehr im Meer zu erkennen. Nach meiner allerschlechtesten Schwimmzeit 1:07,39, die ich je bei einem Wettkampf absolviert habe, war ich froh, endlich aus dem Wasser zu sein.

Auf der Radstrecke musste ich Gas geben….Die erste 60-km-Runde lag in meinem Zeitplan, aber in der zweiten Runde habe ich bemerkt, dass der 13 km Anstieg deutlich steiler und der Wind, der direkt von vorne kam, ebenfalls stärker geworden war. Die dritte Runde ist mir noch steiler, windiger und länger vorgekommen, als die ersten beiden. Ich bin froh, dass ich nicht vom Wind runtergepußtet wurde und glücklich, als ich nach 5:31,58 Std. endlich meine Laufschuhe anziehen durfte. Als ich losgelaufen bin, lag ich 30 min. hinter meinem Zeitplan. Meine Frau Karina hat mir mitgeteilt, dass ich mich derzeit auf dem 4. Platz in meiner Altersklasse befand. Jetzt ging es darum, mich nach vorne zu arbeiten. Augen aufhalten, wer könnte in meiner Alterklasse sein, wen muß ich überholen…

Ich bin an sehr vielen Athleten vorbeigelaufen und beendete den Marathon in sehr guten 3:21,24. Allerdings hatte ich die Vermutung, dass die Altersklassen-Konkurrenz noch vor mir lag. Umso überraschender war es für mich, beim Zieleinlauf zu hören, dass ich den 2. Platz in meiner Altersklasse belegt habe. Ich kann es nicht beschreiben, wie glücklich ich mich fühlte. Nach einer enttäuschten Schwimmzeit und über 20 min. länger auf dem Fahrrad zu sitzen als geplant, habe ich meine Ziele fast alle erreicht. Den 2. Platz auf dem Siegertreppchen, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii nur die Zeit von 10:05:30 war für mich pers. enttäuschend, nächstes Mal wird es hoffentlich etwas besser laufen.

Erst im Zielbereich ist es mir bewusst geworden, wie schwer die Bedingungen waren und das alle Athleten heute damit zu kämpfen hatten. Seit 8 Jahren ist es beim Ironman South Africa noch nie so kalt, windig und nass gewesen, wie heute. Das war mein 9. Ironman und bis jetzt der Schönste. Südafrika hat meine Erwartungen übertroffen. Die Zuschauer und Helfer auf der Strecke waren fantastisch. Trotz eines teilweise miserablen Wetters, haben die Südafrikaner nicht aufgehört zu lächeln und eine super Atmosphäre erzeugt.

Foto: zweiter von links Bob bei der Siegerehrung – gelbe Kette 🙂

 

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